Zusammen. Halt. Vereint.

Konterfußball in Perfektion gegen St. Marienkirchen

St. Marienkirchen/P. / Wallern 1b – Pettenbach/Grünau 1:3 (1:2)

Tore: Antonio Dukic (2.), Niklas Nagl (31.), Elias Steininger (82.); Ewan Milic (41.)

Nach einer intensiven englischen Woche hat die SPG Pettenbach/Grünau auch die nächste Aufgabe erfolgreich gemeistert. Nur vier Tage nach dem turbulenten 2:2 gegen Peuerbach nahm unsere Mannschaft mit einem verdienten 3:1 bei der SPG St. Marienkirchen/P. / Wallern 1b die nächsten drei Punkte mit ins Almtal. Dabei verzichtete Pettenbach weitgehend auf ausgedehnte Ballbesitzphasen und setzte stattdessen auf einen kompakten Defensivverbund und schnelle Umschaltmomente – ein Matchplan, der bereits nach rund 60 Sekunden erstmals voll aufging.

Personell musste Trainer Wilhelm Wahlmüller erneut umbauen. Pascal Waldl fehlte nach seinem Ausschluss gegen Peuerbach gesperrt, Kilian Kreiseder musste krankheitsbedingt passen. Michael Klinglmair rückte deshalb wieder rechts in die Viererkette, während Friedrich Alexander Pöll im Mittelfeld begann. Thomas Helmberger kehrt zum Glück fit zurück in die Abwehrzentrale.

Lange Zeit, um sich an die Veränderungen zu gewöhnen, brauchte die neu formierte Elf allerdings nicht.

Kaum war die Partie angepfiffen, schlug Pettenbach bereits zu. Alexander Meister bekam das Leder auf der rechten Seite und brachte eine weite Flanke von der Seitelinie in Richtung Strafraum. St. Marienkirchens Schlussmann Kilian Schörflinger schätzte die Flugbahn nicht optimal ein und blieb in der Rückwärtsbewegung – Antonio Dukic hingegen erkannte die Situation sofort.

Toni kam völlig frei an den Ball, hielt nur noch den Außenrist hin und erwischte den Torhüter damit eiskalt.

0:1 nach rund einer Minute.

Der denkbar beste Start für eine Pettenbacher Mannschaft, die an diesem Nachmittag gar nicht darauf aus war, das Spiel über permanenten eigenen Ballbesitz zu bestimmen.

Die Hausherren reagierten trotzig und versuchten, den frühen Schnitzer möglichst schnell auszubügeln. Nach der turbulenten Anfangsphase suchte St. Marienkirchen zunehmend Sicherheit über längere Ballbesitzphasen. Pettenbach ließ das durchaus zu, stand tiefer als zuletzt gewohnt und machte die Räume im Zentrum eng.

Nach sieben Minuten entstand daraus dennoch die erste große Chance für die Samareiner. Ein Einwurf wurde per Hinterkopf von Gabriel Litzlbauer verlängert und landete bei Marcel Wageneder, der zum Kopfball kam, das Spielgerät allerdings über den Kasten setzte. Glück gehabt.

Pettenbach blieb seiner Linie treu. Früh stören, den Gegner zu Fehlern zwingen – und sobald das Spielgerät erobert war, möglichst schnell umschalten. Die Geschwindigkeit in der Offensive sollte an diesem Nachmittag wieder einmal der große Trumpf der Almtaler werden.

Nach zwölf Minuten durfte Pettenbach einmal kräftig durchatmen. Kilian Wiedner kam unmittelbar vor dem Strafraum völlig frei zum Abschluss, schoss dabei allerdings ausgerechnet den eigenen Mann an – Gefahr selbst entschärft dank Marcel Wageneder.

In dieser Phase zeigte sich einmal mehr, wie wichtig Alexander Meister mittlerweile für das Pettenbacher Spiel geworden ist. Als erfahrenster Mann in Wahlmüllers Elf strahlt Alex genau jene Mischung aus, die es in solchen Partien braucht: Kampfgeist, Ruhe am Ball, einen kühlen Kopf im Zweikampf und immer wieder den Blick für den entscheidenden Ball ins Offensivzentrum. Gleichzeitig ist sich der Routinier auch für keinen Meter nach hinten zu schade. Das gefällt.

Nach rund 18 Minuten gab es allerdings zunächst weniger Erfreuliches zu vermelden.

Emmanuel Stinglmayr blieb nach einem Zweikampf schmerzverzerrt am Boden liegen, nachdem sein linker Rippenbogen Bekanntschaft mit der Hüfte seines Gegenspielers Gabriel Litzlbauer gemacht hatte. Emmi versuchte zunächst noch weiterzumachen, musste wenige Minuten später aber einsehen, dass es nicht mehr ging.

In der 24. Minute kam Niklas Nagl für ihn in die Partie.

Die ersten 20 bis 25 Minuten erinnerten dabei interessanterweise an das Peuerbach-Spiel wenige Tage zuvor – nur mit komplett vertauschten Rollen.

Diesmal waren es die Pettenbacher, die dem Gegner mit einer kompakten Ordnung, konsequenter Zweikampfführung und schnellem Umschalten das Leben schwer machten. St. Marienkirchen durfte den Ball haben, kam damit aber nur selten dorthin, wo es wirklich gefährlich wurde.

Und mit dem eingewechselten Nagl schien die Union sogar noch einmal einen Gang höher zu schalten, um das Fehlen von Emmi kollektiv zu kompensieren.

In der 27. Minute schlug Alexander Meister einen langen Ball über die gegnerische Viererkette. David Klausriegler setzte sofort nach und lieferte sich ein Wettrennen mit dem herausstürmenden Schörflinger. Klausi erreichte das Leder tatsächlich noch in der Luft, doch der Samareiner Schlussmann riss im letzten Moment die Hände hoch und konnte die Situation gerade noch entschärfen.

Nur wenig später rollte der nächste Pettenbacher Vorstoß.

Andreas Helmberger zündete tief in der eigenen Hälfte den Turbo und ließ auf seinem Weg nach vorne gleich mehrere Gegenspieler alt aussehen. Vier Samareiner durften sich den Gewaltmarsch aus nächster Nähe ansehen, ehe Andi sogar selbst zum Abschluss kam. Das Leder strich rund einen Meter links am Gehäuse vorbei.

Pettenbach war da.

Pettenbach war bissig.

Und was sich mittlerweile angekündigt hatte, wurde in der 31. Minute schließlich in Zählbares umgemünzt.

David Klausriegler bewies einmal mehr, dass in dieser Mannschaft derzeit jeder für jeden Meter macht. Zunächst eroberte er gegen Lejs Nezic das Spielgerät, umlief seinen Gegenspieler anschließend entlang der Seitenlinie und sprengte auch die nächste defensive Zange mit purer Zweikampfstärke.

Dann hatte Klausi auch noch das Auge für den völlig freistehenden Niklas Nagl.

Querpass.

Niki bewahrte einen kühlen Kopf.

0:2.

Der kurz zuvor eingewechselte Mittelfeldspieler ließ Kilian Schörflinger keine Chance und bedankte sich damit auf die wohl schönste Art für seine unverhoffte frühe Einsatzzeit.

Die Hausherren waren damit wieder wachgerüttelt und suchten verstärkt den Weg nach vorne. Pettenbach blieb allerdings brandgefährlich. Vor allem gegen die schnellen Vorstöße der Almtaler fanden die Samareiner kaum ein geeignetes Gegenmittel.

In der 37. Minute befand sich Klausi wieder einmal in seinem natürlichen Habitat: einer gegen alle.

Von mehreren Verteidigern umkreist wich er Grätschen aus, schlug Haken und hielt das Leder irgendwie weiter unter Kontrolle. Was bei anderen für Schweißperlen sorgt, sieht bei Klausriegler derzeit beinahe selbstverständlich aus. Am Ende bekam er tatsächlich noch den Abschluss zustande, doch Schörflinger konnte in höchster Not mit dem Schienbein abwehren.

Dennis Sabic versuchte anschließend noch vor dem einlaufenden Antonio Dukic zu klären und jagte das Leder dabei beinahe selbst ins eigene Gehäuse.

Nur zwei Minuten später kam es für St. Marienkirchen dann noch dicker, als lediglich die Belagerung aus dem Almtal mit allen Kräften abzuwehren.

Dejan Misic wurde in der eigenen Hälfte von Michael Klinglmair unter Druck gesetzt, verlor als letzter verbliebener Feldspieler vor dem Tor das Spielgerät und konnte unsere Nummer 3 nur noch zu Boden reißen. Schiedsrichter Johannes Xaver Weilhartner blieb kaum eine andere Wahl: Torchancenverhinderung – Rot.

Ab der Minute 39 hieß es zehn gegen elf.

Der anschließende Freistoß führte nach einigen Umwegen erneut zu Antonio Dukic. Toni zog im Strafraum wuchtig ab und hatte Schörflinger bereits überwunden – doch Dennis Sabic machte sich auf der Linie unsterblich und köpfte den Ball zurück ins Feld.

Eigentlich schien zu diesem Zeitpunkt alles in Richtung Pettenbach zu laufen.

Doch die Hausherren weigerten sich, das Drehbuch zu akzeptieren.

In der 41. Minute genügte tatsächlich ein Steilpass hinter die Pettenbacher Kette – Ewan Milic war plötzlich durch, blieb im direkten Duell mit dem herauseilenden Kapitän Tobias Zeitlinger ruhig und verkürzte auf 1:2.

Aus einem möglichen 0:3 wurde damit binnen weniger Augenblicke wieder eine völlig offene Begegnung.

Mit dem 1:2 ging es in die Umkleiden.

Nach Wiederbeginn waren auf beiden Seiten zunächst keine grundlegenden taktischen Veränderungen zu erkennen. Pettenbach machte dort weiter, wo man vor dem Anschlusstreffer aufgehört hatte: stören, erobern, umschalten, abschließen.

Ein gemütlicher Samstagnachmittag wollte daraus allerdings noch lange nicht werden. Ein einziger Treffer der Gastgeber hätte schließlich gereicht, um die Partie wieder vollständig auf den Kopf zu stellen.

In der 50. Minute rollte deshalb schon wieder das Pettenbacher Dreiergeschwader in der Offensive an.

14, 11 und 19.

Toni. Klausi. Eli.

Klausriegler behauptete das Leder einmal mehr gegen gleich mehrere Gegenspieler und brachte den Abschluss zustande. Der Ball fand zwar seinen Weg an Schörflinger vorbei, allerdings auch knapp links am Aluminium.

Nur zwei Minuten später taumelte die Samareiner Defensive erneut.

Dukic bekam das Zuspiel tief aus der eigenen Hälfte und verlängerte nahezu blind auf den bereits gestarteten Klausriegler. Die beiden verstehen sich mittlerweile ohne große Vorankündigung. Klausi lief allein auf den Strafraum zu, legte sich das Spielgerät allerdings einen halben Meter zu weit vor – Schörflinger bekam gerade noch die Fingerspitzen daran und nahm ihm den Ball vom Fuß.

Die Chancendichte machte den mitgereisten Almtalern sichtbaren Spaß – nur das beruhigende dritte Tor wollte einfach nicht fallen, um sich einer entspannten Heimfahrt halbwegs gewiss zu sein.

Bis etwa zur 80. Minute verlor die Begegnung etwas von ihrer bisherigen Intensität vor den beiden Toren. Pettenbach blieb die gefährlichere Mannschaft, doch abgesehen von einigen Distanzversuchen und knapp verfehlten letzten Pässen entstand auf beiden Seiten nur wenig wirklich Zwingendes.

Viel Arbeit lief dabei über unsere linke Seite. Andreas Helmberger und Elias Steininger hielten den Druck hoch und zwangen die Hausherren mit ihrem Tempo immer wieder zu Fehlern im Aufbau.

Die nackten Ballbesitzzahlen erzählen deshalb an diesem Nachmittag nur einen ausgesprochen kleinen Teil der Geschichte. St. Marienkirchen kam am Ende auf enorme 71,6 Prozent Ballbesitz – Pettenbach gerade einmal auf 28,4.

Die gefährlicheren Aktionen gehörten trotzdem den Almtalern.

19 Pettenbacher Abschlüsse standen lediglich acht Versuchen der Hausherren gegenüber. Genau das war der Matchplan: nicht um jeden Preis den Ball haben, sondern nach der Eroberung möglichst direkt dorthin kommen, wo es weh tut.

In der Schlussphase erhöhten schließlich beide Mannschaften noch einmal die Schlagzahl.

Rund um die 84. Minute wurde es vor dem Pettenbacher Tor noch einmal richtig brenzlig. Kilian Wiedner kam trotz numerischer Überlegenheit der Almtaler Defensive zum Abschluss. Tobias Zeitlinger war allerdings hellwach und warf sich mit einem katzenartigen Reflex auf den Boden, um den flachen Versuch zu entschärfen.

Das nächste Tor fiel anschließend tatsächlich – zu unserem Glück auf der anderen Seite.

St. Marienkirchen unterschätzte die eigene Raumbesetzung komplett und plötzlich rollte das altbekannte Pettenbacher Sturmtrio von der Mittellinie aus auf lediglich zwei verbliebene Verteidiger zu.

Klausriegler führte das Leder konsequent nach innen und band Jan Stuchlik an sich. Antonio Dukic zog vorneweg Hannes Haberfellner-Franz tief mit in die Box und öffnete damit genau jenen Raum, in den Elias Steininger nachrückte.

Klausi behauptete sich einmal mehr gegen seinen Verfolger.

Der Pass kam.

Eli stand frei.

Und diesmal war das Ding drin.

1:3.

Elias blickte anschließend gen Himmel, als wollte er sagen: Na endlich amol. Danke!

Ein Treffer, der wichtig für die Mannschaft war – vielleicht aber noch ein kleines Stück wichtiger für ihn selbst. Wer Woche für Woche diesen Aufwand betreibt und mit dieser Intensität arbeitet, darf seinen unbändigen Willen zwischendurch auch einmal wieder in ein Tor ummünzen dürfen.

Entschieden war die Partie damit endgültig.

Dass danach trotzdem noch einige hochkarätige Pettenbacher Möglichkeiten folgten, sei an dieser Stelle nur am Rande erwähnt – sonst brauchen unsere Spielberichte bald eine eigene ISBN-Nummer.

Schlusspunkt: Andreas Helmberger trug das Leder in einem weiteren Gewaltmarsch über 60 Meter wie eine Dampframme durch die gegnerischen Reihen und brachte es tatsächlich noch zu David Klausriegler.

Klausi setzte den Abschluss – in ungewohnter Manier an diesem Tag – wieder knapp links am Stangerl vorbei. Es sollte einfach nicht sein – Freude macht es trotzdem ihm bei seinem Wirken zuzusehen. Das wird wohl keinem Pettenbacher fad.

Unterm Strich stand ein hochverdienter 3:1-Auswärtserfolg einer Pettenbacher Mannschaft, die an diesem Nachmittag eindrucksvoll zeigte, dass Spielkontrolle nicht zwangsläufig über Ballbesitz definiert werden muss. St. Marienkirchen hatte den Ball über weite Strecken in den eigenen Reihen, Pettenbach hatte dafür die Räume, die Geschwindigkeit und vor allem die deutlich größere Zahl an gefährlichen Aktionen.

Wahlmüllers Matchplan, nach der intensiven Woche etwas tiefer zu stehen und die eigene Schnelligkeit im Umschaltspiel auszuspielen, ging damit tatsächlich nahezu vollständig auf.

Einziger wirklicher Kritikpunkt blieb – erneut – die Chancenverwertung. Mit 19 Abschlüssen wäre eine deutlich frühere Entscheidung möglich gewesen – und gerade in Überzahl hätte sich die Partie wohl wesentlich entspannter gestalten lassen können.

Nach neun Runden ist die SPG Pettenbach/Grünau jedenfalls weiterhin ungeschlagen. Sechs Siege, drei Unentschieden und 21 Punkte bedeuten aktuell Rang zwei hinter Bad Wimsbach.

Und gemessen daran, mit welcher Regelmäßigkeit diese Mannschaft derzeit Torchancen produziert, mit welcher Konsequenz sie arbeitet und wie selbstverständlich auch Ausfälle aufgefangen werden, darf man als Pettenbacher durchaus einmal stolz den Hut ziehen.

Diese Mannschaft macht derzeit einfach Freude und kann Großes erreichen. Danke!

Weitere Beiträge