Pettenbach/Grünau – Natternbach/St. Willibald 2:2 (1:1)
Tore: Antonio Dukic (8.), Emmanuel Stinglmayr (53.); Karlo Ivanagic (3.), Manuel Pichler (71.)
Nach zuletzt drei Siegen in Folge musste sich die SPG Pettenbach/Grünau im Heimspiel gegen Aufsteiger Natternbach/St. Willibald mit einem 2:2-Unentschieden begnügen. Unsere Mannschaft erwischte einen frühen Fehlstart, fand mit Antonio Dukic aber schnell die passende Antwort und drehte die Partie nach der Pause sogar vollständig. Weil die Gäste einen Standard in der 71. Minute zum erneuten Ausgleich nutzten, blieb am Ende trotz langer Phasen mit viel Ballbesitz nur ein Punkt in der Robex Arena.
Dabei hätte der Abend beinahe mit einem Pettenbacher Blitzstart begonnen. Bereits in der 2. Spielminute bot sich Antonio Dukic die erste große Möglichkeit der Begegnung, als er frei im Strafraum zum Kopfball kam. Doch statt der frühen Führung schlug nur wenig später Natternbach auf der anderen Seite zu.
Ein Fehler im Pettenbacher Spielaufbau lud die Gäste zum schnellen Umschalten ein. Karlo Ivanagic nahm das Geschenk dankend an und ließ Tobias Zeitlinger mit einem wuchtigen Abschluss knapp vor der Strafraumkante keine Abwehrchance – das Leder schlug wie ein Strich im linken hohen Eck ein. Nach gerade einmal drei Minuten stand es 0:1.
Lange durfte sich der Aufsteiger über die Führung allerdings nicht freuen.
Nur fünf Minuten später profitierte diesmal die Union Pettenbach von einem Fehler in der gegnerischen Hintermannschaft. Der heranstürmende Antonio Dukic baute so viel Druck auf Natternbachs Florian Starkl und Dino Coralic auf, dass ein halbherziger Rückpass auf Schlussmann David Mayr-Pranzeneder zum Ausgleich reichte. 8. Minute, Toni schiebt zum 1:1 ein – alles wieder auf Anfang.
Wer nun allerdings auf eine Initialzündung gehofft hatte, um den Aufsteiger aus dem Hausruckviertel in die Schranken zu weisen, wurde enttäuscht. Unsere Mannschaft hatte zwar viel vom Ball und verlagerte das Geschehen häufig in die gegnerische Hälfte, Natternbach präsentierte sich defensiv aber äußerst unangenehm. Die Gäste standen kompakt, gingen giftig in die Zweikämpfe und suchten nach Ballgewinnen ohne große Umwege den Weg nach vorne.
Wie gefährlich das werden konnte, zeigte sich in der 18. Minute. Fabian Starkl hatte das Leder nach einem starken Querpass am herauseilenden Tobi Zeitlinger schon vorbeigelegt – doch Pascal Waldl hatte mitgedacht und verhinderte den erneuten Rückstand.
Auf der anderen Seite fehlte es trotz viel Ballbesitz häufig an der letzten Präzision. Die SPG Pettenbach/Grünau bewegte den Ball über weite Strecken durch die eigenen Reihen, kam gegen die tief stehenden Gäste aber nur schwer zu wirklich klaren Abschlüssen.
So ging es mit dem 1:1 in die Kabinen.
Nach Wiederbeginn zeigte sich Pettenbach wesentlich entschlossener. Die Almtaler erhöhten den Druck und kamen bereits in der 47. Minute zur ersten Großchance der zweiten Hälfte. David Klausriegler hatte die Führung auf dem Fuß, konnte das Zuspiel vom eingewechselten Niklas Nagl aber noch nicht verwerten.
6 Minuten später ließen die Gastgeber die Tribüne dann doch zum zweiten Mal jubeln.
Ein Standard-Situation brachte die Natternbacher Defensive in Bedrängnis. Den scharf getretenen Eckball von Kilian Kreiseder konnte Karlo Ivanagić zwar noch als erster mit dem Kopf erreichen, bediente dabei allerdings unfreiwillig Emmanuel Stinglmayr, der das Spielgerät wunderschön knapp unterm Querbalken versenkte.

2:1 – Die Partie war gedreht.
In dieser Phase schien Pettenbach das Spiel zunehmend in den Griff zu bekommen. Die Gäste wurden weit in die eigene Hälfte gedrängt und unsere Mannschaft sammelte einen Eckball nach dem anderen. Insgesamt sollten es an diesem Abend gleich 14 an der Zahl werden.
Doch genau hier zeigte sich auch das große Manko des Pettenbacher Auftritts: Aus der Feldüberlegenheit entstand zu selten echte Torgefahr. Am Ende standen 55,3 Prozent Ballbesitz und 14 Eckbällen lediglich sechs wirkliche Abschlüsse gegenüber. Natternbach kam trotz deutlich weniger Spielanteilen auf 13.
Der knappe Vorsprung blieb damit gefährlich und Natternbach bewies großen Kampfgeist und Moral. Bei Ballgewinnen schaltete der Aufsteiger weiterhin schnell um und suchte immer wieder den Abschluss – häufig auch aus größerer Distanz. Tobias Zeitlinger musste deshalb mehrfach aufmerksam bleiben.
Pettenbach verabsäumte es hingegen, aus der eigenen Druckphase das dritte Tor nachzulegen und wurde zunehmend nachlässiger und inkonsequenter in den Zweikämpfen – das sollte sich in der 71. Minute rächen.
In einer nahezu identen Konstellation beim Eckball für die Gäste verlängerte Kilian Kreiseder die Hereingabe beim Versuch das Spielgerät abzuwehren. Am zweiten Pfosten hatte Manuel Pichler zu viel Raum und köpfte den Ball aus kurzer Distanz zum 2:2 ins Pettenbacher Tor.
Aus einer Begegnung, die wenige Minuten zuvor noch klar in die gewünschte Richtung zu laufen schien, war plötzlich wieder ein völlig offenes Spiel geworden.
Die Schlussphase entwickelte sich entsprechend umkämpft. Die Hausherren versuchten noch einmal, den Druck zu erhöhen, fand gegen die konsequent verteidigenden Gäste aber weiterhin nur schwer jene Lücke, die zum entscheidenden Treffer geführt hätte.
In der 85. Minute bot sich nach einem vergebenen Eckball der Gäste noch einmal eine vielversprechende Umschaltsituation, die im Nachgang zum Aufreger der Partie wurde. In einem Zwei-gegen-zwei-Konter holte Andreas Lehner als letzter Mann auf Höhe der Mittellinie David Klausriegler von den Beinen. Dessen Zuspiel landete allerdings genau bei Niklas Nagl, der wohl allein auf den Kasten der Gäste hätte zustürmen können.
Der Unparteiische Roman Smolinski entschied sich dafür die Situation abzupfeifen und den möglichen Vorteil nicht laufen zu lassen – eine Torchance-Verhinderung sah er allerdings auch nicht und zückte nur den gelben Karton. Eine ärgerliche Szene für die Almtaler, aber natürlich nichts, woran man ein Spiel aufhängen sollte.
So stand nach 90 intensiven Minuten ein 2:2, mit dem vor allem Pettenbach nicht restlos zufrieden sein konnte. Nach dem frühen Rückstand hatte unsere Mannschaft die Partie gedreht und gerade nach dem Seitenwechsel lange in die gewünschte Richtung gelenkt. Was fehlte, war die Konsequenz, diese Phase auch in einen beruhigenden Zwei-Tore-Vorsprung umzumünzen.
Natternbach verdiente sich den Punkt auf der anderen Seite mit einer kämpferisch starken Vorstellung. Der Aufsteiger verteidigte konsequent, ließ sich auch vom zwischenzeitlichen Rückstand nicht aus der Fassung bringen und blieb mit seinen schnellen Gegenstößen stets gefährlich.
Für die Union bedeutet die Punkteteilung dennoch die Fortsetzung der ungeschlagenen Serie. Nach dem Remis zum Saisonauftakt in Sattledt und den Siegen gegen Esternberg, Ohlsdorf und Grieskirchen bleibt die SPG Pettenbach/Grünau auch im fünften ausgetragenen Landesligaspiel ohne Niederlage.


