Ohlsdorf – Pettenbach/Grünau 1:4 (1:3)
Tore: Dominik Mühlbacher (23.); Kilian Kreiseder (27.), Elias Steininger (33.), David Klausriegler (38.), Fabian Altmanninger (93.)
Mit einer starken Reaktion auf einen frühen Rückstand hat die Union Pettenbach am dritten Spieltag den zweiten Sieg in Folge eingefahren. Bei der ASKÖ Ohlsdorf geriet unsere Mannschaft trotz früher Überzahl zunächst mit 0:1 ins Hintertreffen, drehte die Begegnung anschließend aber innerhalb von nur elf Minuten komplett. Drei Treffer noch vor der Pause und ein später Schlusspunkt durch Fabian Altmanninger sorgten am Ende für einen deutlichen 4:1-Auswärtserfolg.
Die Anfangsphase im Ohlsdorfer Sportzentrum verlief zunächst weitgehend ausgeglichen. Beide Mannschaften tasteten sich ab, ohne früh zu großen Möglichkeiten zu kommen. Pettenbach setzte nach rund neun Minuten den ersten offensiven Akzent, insgesamt blieben klare Torraumszenen in dieser Phase aber noch Mangelware.
Nach rund 17 Minuten nahm die Begegnung erstmals eine entscheidende Wendung. Ohlsdorfs Patrick Loidl verhinderte eine klare Pettenbacher Torchance, indem er David Klausriegler zu Boden brachte und wurde folgerichtig mit der Roten Karte vom Platz gestellt. Die Gastgeber mussten damit bereits früh mit einem Mann weniger auskommen – wer nun allerdings mit einem unmittelbaren Sturmlauf der Almtaler gerechnet hatte, sah sich zunächst getäuscht.
Stattdessen schlugen ausgerechnet die Traunviertler in Unterzahl zuerst zu. In der 23. Minute konnte unsere Mannschaft eine Situation im eigenen Strafraum nicht sauber bereinigen. Der Ball landete bei Dominik Mühlbacher, der nicht lange fackelte und das Spielgerät volley zur 1:0-Führung im Pettenbacher Tor unterbrachte. Tobias Zeitlinger war zwar noch mit den Fingerspitzen dran, konnte den Ball aber nicht mehr entscheidend abwehren.
Ein Rückschlag, von dem sich die Union allerdings nur ausgesprochen kurz beeindrucken ließ.
Nur vier Minuten später folgte bereits die passende Antwort: David Klausriegler setzte sich auf dem Weg Richtung Ohlsdorfer Tor durch und brachte den Ball hoch in die Gefahrenzone. Dort fand er Kilian Kreiseder, der die Hereingabe per Kopf im langen Eck unterbrachte und in der 27. Minute auf 1:1 stellte.
Der Ausgleich zeigte Wirkung. Während Ohlsdorf nun zunehmend Schwierigkeiten bekam, die Räume mit einem Mann weniger geschlossen zu halten, erhöhte die SPG Pettenbach/Grünau das Tempo und suchte wesentlich konsequenter den Weg nach vorne. Nur sechs Minuten nach dem 1:1 war die Partie schließlich vollständig gedreht.
Nach einem schnellen Pettenbacher Angriff über Quentin Kreiseder, der Emmanuel Stinglmayr über die linke Strafraumseite schickte, kam der einlaufende Elias Steininger in der 33. Minute frei zum Abschluss und brachte unsere Mannschaft erstmals an diesem Nachmittag in Führung. Aus einem Rückstand war innerhalb kürzester Zeit ein 2:1 geworden – und die Union hatte noch nicht genug.
Denn nur fünf Minuten später folgte bereits der nächste Treffer. David Klausriegler, eine Woche zuvor gegen Esternberg noch dreifacher Torschütze, setzte sich mit seinem enormen Tempo gegen die komplette Abwehrreihe der ASKÖ durch und tauchte vor Schlussmann Damir Gavric auf. Klausi behielt die Ruhe, schob den Ball aus spitzem Winkel am Torhüter vorbei und erhöhte in der 38. Minute auf 3:1.
Damit hatte unsere Mannschaft die Begegnung innerhalb von gerade einmal elf Minuten komplett auf den Kopf gestellt. Ohlsdorf hatte nach dem Platzverweis sogar noch selbst vorgelegt, doch Pettenbach nutzte die sich anschließend öffnenden Räume und vor allem die Fehler der Gastgeber konsequent aus. Während die Partie in der ersten Hälfte lange von wenigen wirklichen Möglichkeiten geprägt gewesen war, reichten der Union Pettenbach wenige zielstrebig ausgespielte Angriffe, um noch vor dem Seitenwechsel klare Verhältnisse zu schaffen.
Nach der Pause entwickelte sich allerdings keineswegs jener einseitige Spielverlauf, den Überzahl und Zwischenstand vielleicht hätten erwarten lassen. Ohlsdorf gab sich trotz des 1:3 und eines Mannes weniger nicht auf, investierte weiterhin viel und verlagerte das Geschehen phasenweise sogar weit in die Pettenbacher Hälfte.
Die Zahlen zeichnen dabei ein durchaus interessantes Bild: Mit 50,5 Prozent war der Ballbesitz über die gesamte Begegnung praktisch ausgeglichen. Gleichzeitig fanden 64,4 Prozent aller Aktionen auf unserer Spielfeldhälfte statt. Von einer dauerhaften Pettenbacher Belagerung des gegnerischen Strafraums konnte also keine Rede sein.
Entscheidend war vielmehr, was beide Mannschaften aus ihren Spielanteilen machten.
Ohlsdorf fand trotz des großen läuferischen Aufwands nur selten einen Weg durch die konzentriert arbeitende Pettenbacher Defensive. Gerade im letzten Drittel fehlte den Gastgebern meist die entscheidende Idee, sodass aus längeren Ballbesitzphasen nur wenig konkrete Gefahr entstand. Über die gesamte Partie ließ unsere Mannschaft lediglich vier Ohlsdorfer Torabschlüsse zu.
Ganz ohne brenzlige Situationen ging es dennoch nicht. In der 75. Spielminute forderten die Gastgeber nach einem Zweikampf zwischen Daniel Lexl und Emi Stinglmayr im Pettenbacher Strafraum vehement Elfmeter. Der Schiedsrichter bewertete die Situation allerdings anders und entschied stattdessen auf Offensivfoul. Ohlsdorf sah darin im Nachgang die große Möglichkeit auf einen Anschlusstreffer – für die Union blieb die komfortable Zwei-Tore-Führung bestehen.
Mit zunehmender Spieldauer spielte dieser Vorsprung unserer Mannschaft natürlich immer stärker in die Karten. Die Almtaler mussten nicht mehr jede Situation mit vollem Risiko ausspielen, blieben nach Ballgewinnen aber gefährlich. Gerade mit diagonalen Bällen und schnellen Vorstößen versuchte die Union immer wieder jene Räume zu nutzen, die sich durch das Ohlsdorfer Aufrücken zwangsläufig ergaben.
So entstand ein Spiel, bei dem die Gastgeber durchaus viel investierten, die klareren Möglichkeiten aber weiterhin auf Pettenbacher Seite lagen. Insgesamt brachte unsere Mannschaft 14 Abschlüsse zustande und erarbeitete sich 7 Eckbälle. Ohlsdorf kam dagegen trotz der längeren Phasen in unserer Hälfte lediglich viermal zum Abschluss.
Das 3:1 hatte deshalb bis tief in die Schlussphase Bestand – ehe die SPG Pettenbach/Grünau noch einmal zuschlug.

In der 93. Minute sorgte ein Eckball für die letzte gefährliche Aktion der Partie. Ohlsdorfs Schlussmann Damir Gavric konnte den ersten Versuch von David Klausriegler noch abwehren, beim Abpraller stand Fabian Altmanninger jedoch goldrichtig, schaltete schnell und brachte das Leder zum 4:1-Endstand im Tor unter.
Der Treffer war der endgültige Schlusspunkt unter eine Begegnung, deren Ergebnis am Ende deutlicher ausfiel, als es der reine Ballbesitz oder die Feldpositionen vermuten lassen würden. Pettenbach dominierte das Spiel nicht über 90 Minuten mit dem Ball, war in den entscheidenden Situationen aber wesentlich gefährlicher und vor dem Tor konsequenter. Vier Treffer aus 14 Abschlüssen standen lediglich vier Ohlsdorfer Versuchen gegenüber.
Vor allem die Reaktion auf den zwischenzeitlichen Rückstand darf dabei gefallen. Trotz früher Überzahl geriet unsere Mannschaft zunächst ins Hintertreffen, ließ sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen und brauchte anschließend gerade einmal elf Minuten, um aus einem 0:1 ein 3:1 zu machen.
Nach dem 3:1-Heimsieg gegen Esternberg folgt damit der nächste volle Erfolg. Sieben Tore und sechs Punkte aus den vergangenen beiden Spielen sowie insgesamt sieben Zähler nach den ersten drei Landesliga-Runden können sich jedenfalls sehen lassen.


